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Leere weiße Seite

Plötzlich ist die WordPress Webseite nicht mehr aufrufbar. Anstatt Deiner Inhalte starrt Dich einfach nur eine leere weiße Seite an. Der sogenannte „White Screen of Death„, dessen Name übrigens an Blue Screen aus dem Computerbereich angelehnt ist, tritt immer dann auf, wenn der Quellcode einer WordPress Seite fatale Fehler aufweist, die eine Darstellung der Seite verhindern.

 

Da es keine Fehlermeldung oder andere sichtbare Anhaltspunkte, sondern eben nur diese weiße Seite gibt, ist die Ursachenforschung leider nicht ganz einfach.

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Ursachen für eine leere weiße Seite

Es kann sich tatsächlich um das Ergebnis eines Hackerangriffs handeln, bei dem Schadcode an einer ungünstigen Stelle platziert wurde und so z.B. das Ausführen eines wichtigen PHP Scripts unmöglich gemacht hat. Die weiße Seite kann aber auch ganz andere Ursachen haben:

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Kürzlich aktivierte oder aktualisierte WordPress Plugins

Wenn Du kürzlich ein WordPress Plugin installiert oder aktualisiert hast und dabei etwas schief gelaufen ist, kann auch das die Ursache für einen „White Screen of Death“ sein.

 

Wenn in Foren auch andere von diesem Problem berichten können auch Fehler im Code des Plugins oder Kompatibilitätsprobleme mit anderen Erweiterungen oder der Serverkonfiguration die Gründe für die weiße Seite sein.

 

Wenn Du Dich noch erinnern kannst welche Plugins Du zuletzt aktualisiert oder installiert hast, dann solltest Du diese mal testweise deaktivieren.

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Plugins deaktivieren ohne Admin-Zugriff

Wenn auch der WP-Admin Bereich nur eine leere weiße Seite anzeigt, dann kannst Du das vermeintlich schuldige Plugin auch per FTP deaktivieren.

 

Die meisten Hosting-Anbieter bieten dazu einen sogenannten Web-FTP Bereich im Kundenbereich an. Ansonsten kannst Du aber auch ein FTP-Programm, wie z.B. FileZilla verwenden um auf die Dateien Deiner WordPress Webseite zuzugreifen.

 

Sobald Du die Ordnerstruktur auf dem Webserver sehen kannst, öffnest Du den Ordner, in dem die Dateien Deiner WordPress Seite liegen. Wenn Du Dich bereits in diesen befindest suchst Du als nächstes nach dem Ordner „wp-content“ und öffnest diesen.

 

Darin findest Du als nächstes einen Ordner mit dem Namen „plugins“, den Du ebenfalls öffnest.

 

Hier wird Dir jetzt eine Liste der installierten Plugins in Ordnerform angezeigt. Um ein Plugin zu deaktivieren, kannst Du entweder den Ordnernamen ändern, z.B. indem Du einen Unterstrich vor den Ordnernamen setzt:

 

  • Vorher: name-des-plugins
  • Nachher: _name-des-plugins

 

Sobald Du diese Änderung vorgenommen hast, kannst Du noch einmal versuchen, ob Du Deine WordPress Webseite jetzt wieder aufrufen kannst, oder stattdessen immer noch eine leere Seite angezeigt wird.

 

Wenn Dir tatsächlich wieder nur eine weiße Seite angezeigt werden sollte, dann versuch einmal die Seite neu zu laden indem Du die Tasten STRG und F5 auf Deiner Tastatur gleichzeitig drückst. Mit dieser Tastenkombination wird Deine Seite neu geladen ohne dabei auf im Browser zwischengespeicherte Dateien zurückzugreifen.

 

Ist die weiße Seite jetzt verschwunden und es funktioniert wieder alles, hast Du den Übeltäter gefunden. Nun solltest Du Dir überlegen, ob Du dieses Plugin wirklich benötigst.

 

Wenn Du nicht auf das Plugin verzichten kannst, nimmst Du am besten Kontakt mit dem Entwickler auf und schilderst diesem das Problem.

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Alle Plugins deaktivieren

Sollte der Fehler auch weiterhin bestehen, oder wenn Du Dir nicht mehr sicher bist, welche Plugins Du zuletzt aktualisiert / aktiviert hast, wäre der nächste Schritt alle Plugins nach der gerade beschriebenen Methode zu deaktivieren.

 

Wenn die weiße Seite nun verschwunden ist, kannst Du damit anfangen die Plugins Stück für Stück wieder zu aktivieren. Nach jedem aktivierten Plugin solltest Du gleich im Anschluss wieder testen, ob Deine WordPress Seite wieder aufrufbar ist.

 

Sobald die weiße Seite des Todes wieder erscheint, hast Du den Verursacher gefunden.

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Kürzlich aktiviertes oder aktualisiertes WordPress Theme

Auch WordPress Themes bestehen aus einer Vielzahl von Codezeilen und Scripten, so dass die Ursache für eine leere Seite auch hier zu finden sein kann.

 

Wenn Du also kürzlich Dein aktuelles WordPress Theme aktualisiert, oder ein neues installiert haben solltest, empfiehlt es sich dieses zu deaktivieren.

 

Der Vorgang ist ähnlich, wie bei den Plugins. Die Themes liegen nur in einem anderen Ordner. Du findest sie ebenfalls unter „wp-content“ und dort dann im Unterordner „themes“.

 

Auch hier setzt Du nun z.B. einen Unterstrich vor den Ordnernamen Deines Themes:

 

  • Vorher: name-des-themes
  • Nachher: _name-des-themes

 

Ist der Fehler behoben? Dann kann das Theme entweder einen Fehler im Code beinhalten, es kann inkompatibel mit einem Deiner Plugins oder einer Einstellung Deines Servers sein.

 

Am besten Du wendest Dich an den Entwickler und schilderst diesem Deinen Fall.

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Genauere Analyse

Wenn Du die Plugins und das Theme Deiner WordPress Webseite als Fehlerquelle ausschließen kannst, bleiben leider nicht mehr viele „natürliche“ Ursachen übrig.

 

Um ganz sicher zu gehen, dass es sich nicht doch um einen Fehler in Zusammenhang mit einem Plugin oder einem PHP-Script handelt, kannst Du den Debug Modus Deiner Webseite aktivieren.

 

Dazu fügst Du diese Codezeile per FTP in Deine wp-config.php Datei ein:

define( 'WP_DEBUG', true );

Danach versuchst Du nochmal auf Deine Webseite zuzugreifen. Hat die Debug Funktion einen Fehler erkannt, wird dieser nun angezeigt, z.B.:

 

  • Cannot modify header information – headers already sent: Zu dieser Fehlermeldung wird auch immer der Pfad zu dessen Quelle angezeigt. Meist handelt es sich dabei um Plugins oder Themes. Dieses solltest Du dann testweise deaktivieren (wie oben beschrieben) um zu schauen, ob der Fehler danach behoben ist.
  • Call to undefined function: Es wird versucht eine Funktion aufzurufen, die nicht gefunden werden kann. Auch hier wird Dir der Pfad zur Quelle der Fehlermeldung angezeigt. Wenn es sich um ein Plugin oder Theme handelt, deaktiviere dieses testweise. Danach ist die Seite im besten Fall wieder aufrufbar.
  • Allowed memory size exhausted: Das in der PHP-Konfiguration eingestellte Memory Limit ist nicht ausreichend für die Ausführung eines Scripts. Entweder Du deaktivierst das Plugin oder Theme, welches diese Fehlermeldung verursacht, oder Du bittest Deinen Hostinganbieter das Memory Limit zu erhöhen.

 

Es gibt noch eine Menge weiterer Meldungen, aber diese hier alle aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Ich habe daher nur die drei häufigsten Fehlermeldung aufgeführt.

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War es doch ein Hackerangriff?

Wenn bis hierher nichts geholfen hat um den Fehler zu beheben, kann ein Hackerangriff leider nicht mehr ganz ausgeschlossen werden.

 

Ich helfe Dir, wenn Du Unterstützung bei der Fehlersuche benötigst und / oder kümmere mich um die Bereinigung und Absicherung Deiner Webseite, wenn sie das Ziel eines Angriffs geworden ist.

 

Fordere jetzt Dein persönliches und unverbindliches Angebot an.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand aus eigenem Antrieb. Es gab dafür keinen Auftrag, Deal, eine Bezahlung oder ähnliches. Die Verwendung von Produktnamen dient ausschließlich zu Informationszwecken.